1959-1974
Erdgasmarkt im Aufwind
Die steigende Nachfrage nach Erdgas führte zur Ausweitung der bundesdeutschen Gasförderung von 8,9 Milliarden Kubikmeter (1969) auf 20,2 Milliarden Kubikmeter (1974). Die Gasmengenverteilung wurde durch die stärkere Automatisierung und den EDV-Einsatz optimiert. Zusätzlich wurden Gaseinkäufe im Ausland getätigt, u. a. in den Niederlanden, in der Sowjetunion und in Norwegen. Am Erdgasröhrengeschäft mit der Sowjetunion waren 1970 die Ruhrgas AG und die Mannesmann-Export GmbH führend beteiligt. Am 1. Oktober 1973 erreichte das erste sowjetische Gas die Bundesrepublik. Allmählich entstand ein eigenständiger Erdgasmarkt.Ölkrise und Erdgasaufschwung
Die erste Erdölkrise von 1973/74 ließ die Energiepreise drastisch steigen. Durch den nachfolgenden Umstieg vieler Verbraucher von Erdöl auf Erdgas konnte die bundesdeutsche Gaswirtschaft mehr Erdgas verkaufen. Der Anteil des Erdgases am bundesdeutschen Primärenergieverbrauch hatte sich zwischen 1969 und 1979 fast vervierfacht – von vier Prozent auf knapp 16 Prozent. Erdgas war damit neben Öl und Kohle die dritte tragende Säule in der Energieversorgung der Bundesrepublik Deutschland.Erdgas Münster: Erdgasaufbereitung und Erdgasvermarktung
Erdgas Münster vermarktet Erdgas aus einem Gebiet, das sich von der niederländischen Grenze und der Nordsee, der Weser bis Bad Oeynhausen, entlang der Autobahn von Bad Oeynhausen nach Duisburg sowie vom Rhein bis zur holländischen Grenze erstreckt. Das Leitungsnetz war 1974 bereits 962 Kilometer lang und wurde seit Mai 1970 regelmäßig mit Hubschraubern überwacht. 1974 stieg der Gasabsatz auf insgesamt über 61 Milliarden Kilowattstunden. Hauptabnehmer waren Industriebetriebe und Kraftwerke.
